Wörner, Johannes Karl
1901 – 1963
*) Schlaganfall 1926 Gründung einer Flaschnerei Uhlbergstraße 88 1935 Umzug ins elterliche Haus (Uhlbergstraße 71) 1953 Aufgabe der Viehzucht Firma Karl Wörner, Sanitär und Heizung Einer der ältesten, bis heute bestehenden Handwerksbetriebe ist die Firma Karl Wörner in der Uhlbergstraße 71. Alfred Wörner erinnert sich: „Im Jahr 1926 hat mein Vater Karl Wörner (1901-1963) eine Flaschnerei gegründet. Als weitere Flaschnerei gab es damals noch die 1922 gegründete Flaschnerei Ernst Bauer mit Ladengeschäft in der Schillerstraße. Die Zeit erschien günstig, denn in jenen Jahren wurden in Plattenhardt die Gasleitungen verlegt, für die neuen Baugebiete (z.B. Schillerstraße) mussten aber auch Wasserleitungen gelegt werden. Karl Wörner hatte von der TWS (Technische Werke Stuttgart) die Zulassung für Gasleitungen erhalten, somit hatte er als erster Gas- und Wasserinstallationen gemacht. Zusätzlich zum Sanitärbereich hat er auch eine Meisterprüfung im Zentralheizungsbau absolviert. Zum Überleben führten meine Eltern aber noch eine kleine Landwirtschaft mit ein paar Kühen. In den Anfangsjahren befand sich die Werkstatt im Gebäude Uhlbergstraße 88, wo meine Mutter damals auch ein kleines Lebensmittelgeschäft betrieb. Im Jahr 1935 konnte Karl Wörner in das elterliche Haus Uhlbergstraße 71 umziehen und seine Werkstatt einrichten, in dem bisher sein Bruder Adolf Wörner wohnte. Dieser hatte das Haus seiner verstorbenen Schwiegereltern, Schönbuchstraße 1, gekauft und zog dort ein. Bis heute ist Uhlbergstraße 71 der Sitz des Betriebs. Karl Wörner war der erste, der aus Stahlrohren, T-Eisen und Blech Schubkarren hergestellt hat. Hierfür hatte er europaweit einen Musterschutz. Allerdings hat ihn das in der NS-Zeit nichts genützt, da er sich als Sozialdemokrat weigerte, in die NSDAP einzutreten. Man hatte ihm in Aussicht gestellt, er könne jeden Monat 150 (!) Schubkarren produzieren, wenn er in die Partei eintreten würde, er blieb aber standhaft. Später wurde er aus Schikane im Alter von 44 Jahren noch zur Wehrmacht eingezogen. Nach dem Krieg wollte er aber nichts mehr von den Parteien wissen. In der Nachkriegszeit lief der Absatz der Schubkarren hingegen recht gut, in der Firma konnten acht Leute arbeiten, vier von ihnen hießen übrigens Karl (außer meinem Vater waren es Karl Schneider, Karl Decker, Karl Müller und Karl Hertler). Allerdings mussten meine Eltern etwa 1953 die Viehzucht aufgeben, da bei der Herstellung der Schubkarren mit Inertol, einer chemischen Substanz, gespritzt wurde, die sich auf dem Heu abgesetzt hat, die Kühe wollten dieses Heu nicht mehr fressen. Bis in die 1960er Jahre führten meine Eltern auch noch ein kleines Haushaltswarengeschäft mit Geschirr, Vasen, etc. 1968 eröffnete hingegen im Fabrikgebäude das Haushalts- und Elektrowarengeschäft Busser & Gerstenmaier. Karl Wörner hatte seit den 1930er Jahren auch einen Kohlenhandel, bis in die 1960er Jahre gab es ja ausschließlich Kohleheizungen. Weitere Kohlenhändler waren die Plattenhardter Bank, Johannes Kurz (Marienstraße 2), Hans Fügel, später dann auch Hermann Weber. Die großen Kohlenlieferungen wurden per Eisenbahnwagon an den Bahnhof Bernhausen geliefert und mussten dort mit dem Pferdefuhrwerk und später mit dem LKW abgeholt und verteilt werden. Mitte der 1960er Jahre kamen mit den großen Wohnbauten die Ölheizungen und Ölbrenner, an den Einbau solcher, für damalige Verhältnisse komplizierter Ölheizungen kann ich mich noch gut erinnern. Allerdings war dies noch nicht so vollautomatisch wie heute. Eine Zeit lang betrieb Karl Wörner auch einen Heizölhandel, allerdings musste man sich einmal im Monat einen Tankwagen von der Firma Scharr in Vaihingen oder beim Süddeutschen Kohlenhandel bestellen, um das Öl an die Kunden zu verteilen oder in Karlsruhe abzuholen. Da andere Händler mit eigenem Tankwagen billiger waren, wurde der Heizölhandel schließlich aufgegeben. 1963 verstarb mein Vater an einem Schlaganfall, meine Mutter konnte den Betrieb mit Sondergenehmigung und Fachkundeprüfung eines Gesellen drei Jahre weiterführen. 1967 übernahm dann ihr Sohn Karl Wörner (geb. 1944) die Firma „Gas- und Wasserinstallationen“. Ende 1999 übergab er die Firma seinem Neffen, meinem Sohn Markus Wörner, der sie seit 2000 führt. Der heutige Mitarbeiterstamm umfasst neben dem Betriebsinhaber sechs Monteure, zwei Lehrlinge und eine Büroangestellte. Georg Wörner, ein Bruder meines Vaters, hat um 1926 mit einem Elektrofachgeschäft in der Schönbuchstraße 31 begonnen, das später seinem Schwiegersohn Gustav Alber und anschließend die Firma Welzenbach übernommen hat. Ein dritter Bruder war Adolf Wörner, der in der Schönbuchstraße 1 eine Wagnerei hatte. Als die Wagnerei seit etwa 1948 nicht mehr gefragt war, arbeitete er im Karosseriebau bei der Firma Reuter in Zuffenhausen, einem Zulieferer von Porsche.“ aus: Filderstädter Schriftenreihe zur Heimat- und Landeskunde, Band 24 „Plattenhardt – eine Ortsgeschichte“
Eltern
- Wörner, Johannes Karl1872 – 1921
- Wörner, Anna Maria geb. Gienger1874 – 1935
Geschwister
- Wörner, Johann Georg* 1898
- Lebende Personlebend
Partnerschaft ohne Trauung
- Wörner, Marta geb. Kurfess1905 – 1973
Kinder
- Lebende Personlebend
- Wörner, Lisa1927 – 2022
- Lebende Personlebend
- Arnold, Gertrud geb. Wörner1929 – 2002
- Jauch, Emma geb. Wörner1933 – 1991
- Lebende Personlebend
- Lebende Personlebend
- Lebende Personlebend
- Lebende Personlebend
Lebenslauf
- 31.10.1901 Geburt Plattenhardt
- 30.03.1926 Geburt von Wörner, Reinhold
- 07.09.1927 Geburt von Wörner, Lisa
- 18.05.1929 Geburt von Arnold, Gertrud geb. Wörner
- 12.08.1933 Geburt von Jauch, Emma geb. Wörner
- 04.07.1944 Geburt von Wörner, Karl
- 01.10.1963 Tod Plattenhardt
Im Stammbaum
Stammbaum: Wörner, Johannes Karl
Vorfahren – 3. Generation
Vorfahren – 2. Generation
Vorfahren – 1. Generation
Diese Generation
Nachkommen – 1. Generation
Lebende Person
* 1927 † 2022
Lebende Person
* 1929 † 2002
* 1927 † 2019
* 1933 † 1991
* 1933 † 2024
Lebende Person
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Nachkommen – 2. Generation
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