Weiß, Michael Friedrich

1886 – 1959

Gipser 1922 Gemeinderat von Obersielmingen 1923-1933 Gemeinderat von Sielmingen 1930 wurde er zum Vorsitzenden des neu gegründeten Gewerbevereins gewählt, musste aber 1933 diesen Posten abgeben, nachdem der Verein zur NS Handels- und Gewerbeorganisation (HAGO) gleichgeschaltet wurde. „Solange ich Weiss heiße, wird in Sielmingen nicht schwarz geschlachtet.“ Im Mai 1945 wurde er als einer von neun Sielminger Bürgern in den Arbeitsausschuss, einen Vorläufer des Gemeinderats, berufen. Dieser Ausschuss wählte ihn am 3. November 1945 als Nachfolger von Reinhold Mack zum Bürgermeister. Vom Gemeinderat wurde er am 29. März 1946 auf zwei Jahre gewählt. In dieser Zeit waren äußerst schwierige Aufgaben zu bewältigen, wie die Unterbringung von Heimatvertriebenen, aber auch die wirtschaftlich schwierige Lage mit Bezugsscheinen und Kontrollen in der Landwirtschaft. Legendär ist sein Satz Solange ich Weiss heiße, wird in Sielmingen nicht schwarz geschlachtet. Weiß hatte zwar keine Verwaltungsausbildung, verfügte aber über Erfahrung in der Kommunalpolitik, 1933 hatte er sein Gemeinderatsmandat verloren, in den folgende Jahren hielt er deutliche Distanz zum Nationalsozialismus. Er hielt es 1945 für seine Pflicht, sich in dieser schwierigen Zeit für das Amt eines kommissarischen Bürgermeisters zur Verfügung zu stellen. Auch in den Nachbarorten erklärten sich politisch unbelastete Leute bereit, das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen. Dazu zählten Wilhelm Reichle in Bernhausen, Ernst Stauch und Adolf Hörz in Bonlanden oder Gottfried Bauer in Plattenhardt. Am 15. November 1947 beantragte Friedrich Weiß aus gesundheitlichen Gründen seine Versetzung in den Ruhestand. aus: Filderstädter Schriftenreihe zur Geschichte und Landeskunde, Band 26 „Sielmingen – eine Ortsgeschichte“

In Memoriam

Im Stammbaum

Stammbaum: Weiß, Michael Friedrich

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