Raff, Gottlieb Friedrich

1896 – 1941

„Fritz“ Bauer und Gemeinderat Sein Sohn Gottlob erinnert sich an die Gemeinderatswahl 1931: „Die alten Bernhäuser hatten Angst, dass die SPD, die KPD, die Kommunisten und vor allem die über sechs Millionen Arbeitslosen damals die Wahl gewinnen würden! Der Grund dafür war die Weltwirtschaftskrise 1929, die deutsche Wirtschaft lag am Boden. Und nun zur Wahl: Die Bauern … haben unsern Vater so lange bearbeitet, bis er unter der Bedingung kandidierte, dass er als letzter auf die Wahlliste kommt, und was geschah? Er wurde mit Mehrheit gewählt. Nun nahm die Geschichte ihren Lauf. Am 30. Januar 1933 riss Hitler die Macht mit viel List und Betrug an sich. Alle befürchteten, dass Hitler die Christen bekämpfen wird, aber er wollte zuerst die Juden vernichten und dann nach dem Krieg die Christen. Alle Beamte, alle die irgendeine Funktion im Volk hatten, mussten ein Treuegelöbnis unterschreiben. Nachdem unser Vater zwei Jahre vorher zum Gemeinderat gewählt war, natürlich auch. Unser Bürgermeister Bosler, unser Vater und noch zwei Bernhäuser haben nicht unterschrieben. Alle vier hatten ein paar Tage später ihre Entlassung. Unsere ganze Familie war froh und dankbar, aber wir hatten lange Zeit keine Ahnung, dass alle vier auf der „schwarze Liste“ der Nazis stehen!“ In den folgenden Jahren werden ihm und seiner Familie ständig Schwierigkeiten bereitet. Trotz Verwundung im Ersten Weltkrieg und Rheuma wird Friedrich Raff 1939 eingezogen und an die Westfront geschickt. Nachdem er krank entlassen wird, stirbt er ein halbes Jahr später. Auch den sechs Kindern werden Schwierigkeiten gemacht. Gottlob erinnert sich: „Mein Bruder Hermann und ich durften nicht zum Jungvolk! Wir kamen beide zum Klassenlehrer, der auch der Jungvolkführer war. Das waren die schlimmsten Jahre unseres Lebens. Das ging so weit, dass er unserem Vater mit dem Konzentrationslager und einmal mit dem Gericht gedroht hat, weil bei meinem Zeugnis bei Religion unser Pfarrer aus der ursprünglichen Note zwei nachträglich eine eins gemacht hatte. Unser Vater hat am Abend des 30. Januar 1933 schon zu uns gesagt: Jetzt kommt bald der nächste Weltkrieg, und sechs Jahre später, am 1. September 1939, war er da.“ aus: RAFF – Familiengeschichte(n) aus sieben Jahrhunderten (Thomas Held u.a.)

Im Stammbaum

Stammbaum: Raff, Gottlieb Friedrich

Vorfahren – 3. Generation

Vorfahren – 2. Generation

Vorfahren – 1. Generation

Diese Generation

Nachkommen – 1. Generation

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