Alber, Karl Christian

1892 – 1940

Wagner Generationen- und Hauswechsel Michael Albers einziger Sohn wurde dazu bestimmt, das Handwerk des Vaters fortzuführen. Wie die meisten seiner Altersgenossen wird auch Karl Christian bereits in früher Kindheit zu Hilfsarbeiten und Handlangerdiensten im Handwerk und in der Landwirtschaft herangezogen worden und so in seinen späteren Beruf hineingewachsen sein. Wahrscheinlich begann er ebenfalls unmittelbar nach der Konfirmation die Lehre. Ihm bot die Übernahme des etablierten väterlichen Handwerksbetriebs bereits „eine feste lokale Perspektive des Lebens und Arbeitens“ verbunden mit wirtschaftlicher und sozialer Einbindung in die Dorfgesellschaft. Der vorgezeichnete Lebensentwurf wurde allerdings durch seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg gestört. Kurz nach Kriegsende vermählte er sich im Alter von knapp 28 Jahren mit Luise Briem aus Bernhausen, der Tochter eines Webers. Im Februar 1920 wurde der Sohn Karl Friedrich geboren. Michael Alber, der Gründer des Wagnerbetriebs, starb im November 1921. Die junge Familie zog zu Albers Schwiegereltern in die Obere Bachstraße 60. Durch verschiedene Umbauten wurde das Haus den Bedürfnissen der Drei-Generationenfamilie angepasst, zunächst durch Aufstockung des östlichen Gebäudeteils. Stall oder Scheune konnten nicht zur Werkstatt umfunktioniert werden, weil auch hier nebenbei Landwirtschaft betrieben wurde. Bis dann 1924/25 an die westliche Scheunenseite eine Wagnerwerkstatt angebaut wurde, blieb das Gewerbe daher wohl im elterlichen Haus Auf der Burg 9. 1927 wurde der erste gummibereifte Ackerwagen zum Patent angemeldet, dessen Erfinder ironischerweise ein Wagner war: Stellmachermeister Grautmann gehörte wohl jenem Teil des Handwerks an, der die Zeichen der Zeit erkannt hatte und in der Wagnerei in ihrer traditionellen Form keine Zukunft mehr sah. Trotz der Vorteile des neuen Wagens, die in leichterem Lauf und in Zugkraftersparnis bestanden, war eine ernsthafte Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz der ländlichen Wagner vorerst noch nicht gegeben. Denn die Anschaffungs- und Unterhaltskosten lagen noch wesentlich über denen des herkömmlichen Leiterwagens, so dass mittlere und Kleinbauern als Käuferschichten nicht in Frage kamen. Den konventionellen Wagnerbetrieben war jedoch inzwischen neben den Aufträgen über kleine Arbeitsgeräte nur noch die Neuanfertigung und Reparatur von hölzernen Ackerwagen als Haupteinkommensquelle verblieben. aus: Filderstädter Schriftenreihe zur Heimat- und Landeskunde, Band 8 „Wagnerei Alber in Bernhausen“

Im Stammbaum

Stammbaum: Alber, Karl Christian

Vorfahren – 3. Generation

Vorfahren – 2. Generation

Vorfahren – 1. Generation

Diese Generation

Nachkommen – 1. Generation

Nachkommen – 2. Generation